SEASCApe II
Storm surges, sea-level rise and adaptation responses at the German Baltic Sea coast - Compound Risks

Projektleitung: Vafeidis, Hinkel,Arns

Förderung: DFG

Kooperation: Global Climate Forum e.V. (GCF) Berlin; Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Geographisches Institut Arbeitsgruppe Küstengefährdung und Meeresspiegelanstieg

Zeitraum: 01.05.2020-30.04.2023

Einordung:
Institut: Professur Küstenschutz und Küstendynamik

 

Projektbeschreibung:
Die Schäden in Folge von Extremereignissen können sich durch die
Kombination einzelner Ereignistypen (engl.: Compound Events)
signifikant erhöhen. Im Küstenraum betrifft dies die Überlagerung von
Sturmfluten (als Kombination extremer Wasserstände und
Windwellen), extremen Niederschlägen und hohen Binnenabflüssen.
Bisher werden bei Schadensabschätzungen und Risikobewertungen
überwiegend einzelne Komponenten solcher Extremereignisse
betrachtet, während die Risiken durch die Kombination mehrerer
unabhängiger oder verknüpfter Extremereignisse vernachlässigt
werden. Dies führt zu einer Unterschätzung der tatsächlichen
Bedrohung und der damit verbundenen möglichen Schäden. Für die
Zukunft wird erwartet, dass sich die Häufigkeiten und Intensitäten
solcher Extremereignisse verstärken. Die Abschätzung der
resultierenden Vulnerabilität von Küstengebieten wird dabei zusätzlich
durch simultane Veränderungen der räumlichen
Bevölkerungsverteilung und Bevölkerungsstruktur erschwert. Für die
Entwicklung optimaler Anpassungsstrategien ist daher ein
ganzheitlicher Ansatz zur Bestimmung des Überflutungsrisikos
notwendig, der unterschiedliche Extremereignistypen, deren
Kombination und mögliche Änderungen der physikalischen und
sozioökonomischen Rahmenbedingungen berücksichtigt. SEASCApe
II baut auf dem derzeit laufenden Projekt SEASCApe Baltic auf und
adressiert die zuvor genannten Einschränkungen und ermöglicht eine
robustere Abschätzung des tatsächlichen Überflutungsrisikos unter der Berücksichtigung verschiedener Szenarien und einhergehender
Unsicherheiten auf kurzen und langen Zeithorizonten. SEASCApe II
beinhaltet interdisziplinäre Zusammenarbeit und besteht aus drei
Arbeitspaketen, die zusammen eine ganzheitliche Bewertung des
Hochwasserrisikos und möglicher Anpassungsmaßnahmen
vornehmen. Im ersten Arbeitspaket werden mit Hilfe multivariater
Statistiken und hydrodynamischer Modelle eine Vielzahl möglicher
Extremereignisse und ihrer Kombination entlang der westlichen
Ostseeküste simuliert. Arbeitspaket 2 nutzt die resultierenden
Wasserstandsganglinien für eine Gefährdungs- und
Vulnerabilitätsanalyse der aktuellen und der zukünftigen
Küstenbevölkerung für zwei Fallstudien. Des Weiteren wird die
Umsetzbarkeit und Zweckmäßigkeit möglicher Anpassungsoptionen
bewertet, die auf die Reduktion der Auswirkungen entsprechender
Hochwasserereignisse abzielen. Im dritten Arbeitspaket wird
untersucht, ob es einen optimalen Zeitpunkt zur Umsetzung
bestimmter Anpassungsmaßnahmen gibt, der die Investitionssummen
minimiert und Entscheidungsträgern Flexibilität bei der Wahl von
Anpassungsstrategien unter sich ändernden Rahmenbedingungen
ermöglicht. Dabei werden neben passiven Küstenschutzmaßnahmen
auch Anpassung oder Rückzug aus überflutungsgefährdeten
Gebieten berücksichtigt. Die Erkenntnisse über die Kombination von
Extremereignissen und der Effizienz von Anpassungsmaßnahmen
dienen zuständigen Behörden als erweiterte Grundlage zur
Entwicklung robuster Anpassungsstrategien.

Bearbeiter: Leigh MacPherson

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Letzte Änderung des Projekteintrages: 02.07.2021

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