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Ergebnisorientierte Honorierung ökologischer Leistungen der Landwirtschaft
Projektleitung:
Prof. Dr. Bärbel Gerowitt
Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (bmb+f)
Kooperation:
Zeitraum: 2004-2007, 2007-2010
Einordung:
Institut: Professur Phytomedizin
Projektbeschreibung:
Im Rahmen eines seit dem Jahr 2000 vom bmb+f finanzierten, interdisziplinären Forschungsvorhabens ist am Forschungs- und Studienzentrum Landwirtschaft und Umwelt (ZLU) der Georg-August-Universität Göttingen ein ergebnisorientiertes, regionalisiertes (Kreisebene), partizipatives und mit einem Ausschreibungsverfahren verbundenes Honorierungskonzept für ökologische Leistungen der Landwirtschaft entwickelt worden. DAS HONORIERUNGSKONZEPT Im Zentrum des Konzeptes steht die Ergebnisorientierung. Die teilnehmenden landwirtschaftlichen Betriebe werden demnach für das Vorhandensein einer bestimmten nachgefragten Menge an pflanzlicher Biodiversität auf ihren Flächen honoriert. Dieses Ergebnis ihrer Bewirtschaftung wird als ökologisches Gut definiert und einer normierten Qualitätsstufe zugeordnet. Unterschieden werden die ökologischen Güter "Grünland", "Acker" und "Zwischenstrukturen" (Hecken, Brachen, Feldraine, etc.). Honorierungskriterien für die ökologischen Güter "Grünland" sind bspw. die Kräuterartenanzahl sowie das Auftreten bestimmter Zielarten. Für die administrative Umsetzung ist der Landkreis als Bezugsebene vorgesehen. Dadurch können regionale landschaftstypische Besonderheiten bei der Abgrenzung der Güter besser berücksichtigt werden. Auf dieser Ebene sind zudem noch alle notwendigen Verwaltungsstrukturen vorhanden. Das ist eine Vorraussetzung, um das Konzept mit minimalen Transaktionskosten in die bestehenden Strukturen einbinden zu können. Gleichzeitig erfolgt eine Integration regionaler Akteure in die Entscheidung über zu honorierende ökologische Güter. Darüber kann lokales Wissen in die Gestaltung der Honorierung eingebunden werden. Die Akteure bilden einen Regionalen Beirat. Dieser repräsentiert die regionale öffentliche Nachfrage nach den Gütern. Er setzt sich zusammen aus Vertretern von Kommunalpolitik, Kreisverwaltung und Verbänden. Um die eingesetzten begrenzten öffentlichen Mittel ökonomisch und ökologisch effizient verteilen zu können, wird unter den landwirtschaftlichen Betrieben als freiwillige Anbieter ökologischer Güter mittels eines Ausschreibungsverfahrens Wettbewerb erzeugt. Die Ausschreibungs-komponente ermöglicht es, vergleichbare Leistungen zu einem möglichst günstigen Preis "einzukaufen". Unterstützend sowohl für die Angebots- (Landwirte) als auch Nachfrageseite (Regionaler Beirat) sowie für die Verwaltung wurde eine Datenbank entwickelt, die als Informations-instrument für alle Beteiligten dient. In dieser Datenbank sind ein regionsspezifischer Katalog ökologischer Güter, Kalkulationshilfen zur Berechnung der Kosten der Produktion dieser Güter sowie Vorschläge zu Produktionstechniken enthalten. FORSCHUNG Anhand des niedersächsischen Landkreises Northeim wurde in Projektphase I (2000-2003) in Kooperation zwischen dem sich zu Projektbeginn konstituierten regionalen Beirat und dem Wissenschaftlerteam das vorgestellte Honorierungskonzept entwickelt und zur Praxisreife gebracht. Mit Beginn der Projektphase II im Jahr 2004 wurde unter weitergehender wissenschaftlicher Begleitung erfolgreich ein erstes Ausschreibungsverfahren durchgeführt, mit dem Ziel, die Tauglichkeit des Konzeptes unter Praxisbedingung zu überprüfen. Zudem wurde mit dem Landkreis Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern eine zweite Projektregion hinzugenommen. Am Beispiel dieses Landkreises, einer Region, die hinsichtlich ihrer naturräumlichen Ausstattung, den Agrarstrukturen sowie ihrer Verwaltungs- und Beratungsstrukturen große Unterschiede zur Projektregion Landkreis Northeim aufweist, werden die notwendigen Schritte für die Übertragbarkeit des Konzeptes überprüft und der Aufwand für seine regionale Anpassung dargelegt. Als Grundlage dafür wurden ökologische, ökonomische, agrarstrukturelle und sozioökonomische Daten der Übertragungsregion erfasst. Darauf aufbauend werden die im Konzept enthaltenden Instrumente und Verfahren (Katalog ökologischer Güter, Kalkulationshilfen zur Berechnung der Produktionskosten der Güter, Verwaltungsabläufe etc.) an die Verhältnisse im Landkreis Bad Doberan angepasst. Als Ergebnisse werden ein regional angepasstes Honorierungskonzept sowie ein generalisierter Leitfaden für die bundesweite Übertragung des Konzeptes als Agrar-Umweltprogramm auf andere Regionen entwickelt.
Bearbeiter:
Diplom Landschaftsökologin Annika Höft, Dipl. Ing. agr. Maria John Weitere Information im WWW
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Publikationen
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Letzte Änderung des Projekteintrages:
18.03.2008
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