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Rolle des Phosphors als Steuerungsgröße des Stickstoffertrages und der Phytodiversität ökologisch bewirtschafteter Dauergrünlandbestände
Projektleitung:
Dr. agr. J. Müller
Förderung: BMELV über BLE
Kooperation:
Lehrstuhl f. Bodenkunde; Landesforschungsanstalt f. Landwirtschaft u. Fischerei MV
Zeitraum: 2013-2016
Einordung:
Institut: Professur Grünland- und Futterbauwissenschaften
Projektbeschreibung:
Es ist erklärtes Ziel der deutschen Agrarpolitik, eine nachhaltige Landnutzung mit dem Erhalt und der Erhöhung der Biodiversität in der Agrarlandschaft zu verbinden (BMELV 2009). Der ökologische Landbau wird dabei als eine Landnutzungsform angesehen, mit der diese Ziele am ehesten zu verwirklichen sind (Rahmann 2002 u.a.). In diesem Zusammenhang werden das Artenpotential und die Lebensraumfunktion des ökologisch bewirtschafteten Dauergrünlandes vielfach hervorgehoben. Ein großer Teil des ökologisch bewirtschafteten Grünlandes in Nordostdeutschland wird von den Landwirtschaftsbetrieben über Verfahren der extensiven Weidewirtschaft bei häufig gleichzeitiger Inanspruchnahme von Naturschutzprogrammen genutzt. Auf diesen Standorten spielen der Erhalt und die Entwicklung einer hohen Artenvielfalt eine außerordentlich große Rolle. Allerdings können die beiden für die Wirtschaftlichkeit der Öko-Betriebe essentiellen Ziele, nämlich die Erzielung hoher Einzeltierleistungen sowie die zusätzliche Bereitstellung von Stickstoff für den Ackerbau, auf den Mineralstandorten nur bei nennenswerten Anteilen von Grünlandleguminosen erzielt werden. Selbst auf den stark N nachliefernden Niedermoorstandorten ist eine positive Wirkung des Weißklees auf den Stickstoffertrag nachgewiesen (Käding & Werner 2003). Eine der Grundvoraussetzungen für die gedeihliche Entwicklung von Grünlandleguminosen ist eine hinreichende Phosphorversorgung (Haynes & Williams 1983; Gottardi et al. 2005). Allerdings gilt ein negativer Einfluss überhöhter Boden-P-Gehalte auf die Phytodiversität naturnaher Grünlandbestände ebenfalls als gesichert (Wrage et al. 2010). Es gibt demnach einen ernst zu nehmenden Zielkonflikt zwischen den Anforderungen der praktizierten ökologischen Grünlandbewirtschaftung und denen des Biodiversitäts-Managements, der dringend einer Lösung bedarf. Offenbar muss ein recht enger Phosphorgehalts-Korridor angestrebt werden, um das Ziel einer höheren N-Ertragsleistung des Grünlandes via legumer N-Bindung mit dem einer hohen Phytodiversität realistischerweise verbinden zu können. Für eine derartige Steuerung bedarf es tauglicher Richt- und Schwellenwerte des P-Trophiezustandes in Abhängigkeit vom Standort. Vor diesem Hintergrund soll das beantragte Projekt den Effekt der Phosphorversorgung auf die Zusammensetzung von Pflanzenbeständen unter besonderer Berücksichtigung der Grünlandleguminosen und deren Vitalität/Funktionalität bemessen und Möglichkeiten eines gezielten P-Managements ökologisch bewirtschafteten Dauergrünlands aufzeigen. Es sind nach Boden- und Nutzungsarten differenzierte Beratungsstrategien zu entwickeln und in die Praxis zu tragen.
Bearbeiter:
MSc. Barbara Mahnke Weitere Information im WWW
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Letzte Änderung des Projekteintrages:
12.11.2014
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