Risikorechnung in landwirtschaftlichen Großbetrieben in den Neuen Bundesländern

Projektleitung: Prof.Dr. Hans Kögl, Dr.Lutz Laschewski

Förderung: Rehwinkel Stiftung

Kooperation:

Zeitraum: 03/2007 bis 12/07

Einordung:
Institut: Professur Agrarökonomie

 

Projektbeschreibung:
Die ökonomisch wirksamen Risiken für die Landwirtschaft nehmen zu. Unternehmerisches Handeln hat auch in der Vergangenheit Risiken nicht außer Acht gelassen. Allerdings lag verständlicherweise der Fokus auf die ursachengerechte Ermittlung von existenzgefährden-den Einzelrisiken. Die Wirkungsanalyse der Einzelrisikoarten kann nur als erster Schritt zur Wahrnehmung der Verbundrisiken in einem Risikosystem gelten. Daher ist es geboten, das Zielsystem der Unternehmung mit den Formalzielen der Ermittlung der Liquiditäts- und Ren-tabilitätslage um die Risikolage zu erweitern, wenn die wirtschaftliche Situation der Unter-nehmung hinreichend beurteilt werden soll. Die Unternehmensleitung sollte sich einen Risi-ko-Standard erarbeiten, um endogene und exogene Risiken zu erkennen und rechtzeitig zu steuern.
Diese aus unternehmerischer Sicht wünschenswerten Ansätze haben durch die Regelungen in BASEL II eine höhere Verbindlichkeit erfahren. Bei der Kreditvergabe verlangen Banken heutzutage im Zuge ihrer Ratingbeurteilung Risikoinformationen. Hierdurch wird es aus be-triebswirtschaftlicher Sicht zwingend, ein Risikocontrolling (mit Frühwarnsystem) und ein risikoorientiertes Informationssystem aufzubauen.
Vor diesem Hintergrund ist es Ziel dieser Studie, diese Modelle der Risikorechnung auf die Landwirtschaft zu übertragen und hinsichtlich ihrer besonderen Bedürfnisse und Eigenschaften zu spezifizieren. Besonderes Augenmerk soll hierbei auf landwirtschaftliche Großbetriebe in den Neuen Bundesländern gelegt werden. Für juristische Personen werden im Zuge der Kreditvergabe in besonderer Weise die oben beschrieben externe An-forderungen an das betriebliche Rechnungswesen gestellt. Aufgrund dessen kann davon ausgegangen werden, dass bei diesen Unternehmen sowohl erste Ansätze zur Entwicklung einer Risikorechnung bereits existieren als auch die Bereitschaft und das Interesse, an einer Entwicklung eines solchen Systems teilzuhaben, besonders ausgeprägt ist.
Gegenstand dieser Untersuchung sind schriftliche Befragungen und Gruppendiskussionen mit Vertretern landwirtschaftlicher Unternehmen in Nordostdeutschland. Im Rahmen dieser Befragungen soll erfasst werden:
• Welche Risikoarten werden von den landwirtschaftlichen Unternehmen erfasst bzw. für welche Risikoarten wird eine Erfassung als Notwendigkeit erachtet (auch wenn sie u.U. noch nicht erfasst werden)?
• Welche Ansätze zur Risikobewertung werden angewandt und inwiefern entsprechen diese den geforderten Standards?
• In welcher Art und Weise wird die Steuerung der Risiken vorgenommen?
Ausgehend von den Befragungsergebnissen wird zudem eine modellhafte Umsetzung einer Risikorechnung angestrebt.

Bearbeiter: Lutz Laschewski, Hans-Jürgen Pessier

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Letzte Änderung des Projekteintrages: 26.04.2009

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