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Ressourcenschonung durch Abwasser- und Abfallverwertung
Projektleitung:
Dr.-Ing. Nassour
Förderung: DAAD
Kooperation:
Lippe und Höxter
Zeitraum: 03/2004 - 12/2005
Einordung:
Institut: Professur Abfall- und Stoffstromwirtschaft
Projektbeschreibung:
Der Umweltschutz in Tunesien hat sich zu einem wichtigen Baustein des s.g. nationalen Agenda 21 entwickelt. Dieser hohe Stellenwert ist, neben dem generell gewachsenen Umweltbewusstsein infolge Übernutzung der Naturressourcen, insbesondere auf die Bedeutung der Tourismusbranche und die bevorstehende Freihandelszone mit der EU, für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zurückzuführen.
Die tunesische Regierung, die angesichts der beschränkten finanziellen Mittel und der Knappheit der Humanressourcen, auf fremde technische und finanzielle Hilfe angewie-sen ist, unternimmt seit geraumer Zeit zahlreiche Bemühungen, um das Umweltproblem zu bewältigen.
Zur Finanzierung und technische Umsetzung der Umweltschutzpolitik und um seine Ziele zur nachhaltigen Entwicklung erreichen zu können, wird Tunesien in großem Ausmaß durch die deutsche Entwicklungshilfe (KfW, GTZ, DEG...) unterstützt, die ver-schiedene Wege der finanziellen und technischen Zusammenarbeit vorsieht. Dabei spielen die Alumni aus Deutschland eine immer große werdende Rolle, als Mitarbeiter deutscher Institutionen, Unternehmen, Ingenieurbüros oder auch seit ca. zwei Jahren als aktive Mitglieder der Vereinigung Tunesischer Absolventen Deutscher Universitäten.
In der Tat, seit der Organisation im März 2004 des vom DAAD mitfinanzierten Alumni-Treffens in Tunis und der von der VTADU mitorganisierten Euro-Arab-Umweltkonferenz (s. Anlage: Bericht von Prof. Gocht/RWTH-Aachen in der Alumni-Zeitschrift „Keep in Touch“), stehen die Alumni im Mittelpunkt der deutsch-tunesischen wirtschaftlichen Zu-sammenarbeit im Umweltbereich. Mehreren deutschen Firmen wurde der Zugang zum tunesischen Umweltmarkt ermöglicht und ein GTZ/IHK-Firmenpool Umwelttechnik für die Maghrebregionen (www.firmenpool-tunesien.de) wurde im Internationalen Um-welttechnologiezentrum von Tunis (CITET) gegründet.
Mehrere Projekte von Firmen (Grüschow Entsorgungs- und Umwelttechnik, Krüger Pflanzenkläranlagen...), die beim Alumni-Treffen 2004 mitgewirkt haben und Interesse am tunesischen Umweltmarkt gezeigt haben, sind dank der Unterstüt-zung der V.T.A.D.U. realisiert worden. Andere Firmen und Institutionen sind in Kontakt mit uns gekommen und wollen mit uns zusammenarbeiten.
Aufgrund der durch die Kopperation im Rahmen des letzten Alumni-Treffens mit der Universität Rostock und des GTZ-Projektes „Technologietransfer mit dem CITET“ ent-standenen guten Beziehungen, möchte die V.T.A.D.U. ein Fachseminar für die Evaluie-rung der entstandenen Vorhaben (Pflanzenkläranlage, Kompostierung...) und die An-bahnung von neuen Projekten im Umweltbereich (Altreifenrecycling), organisieren.
Thema des Fachseminars soll die „Ressourcenschonung durch Abwasser- und Abfall-verwertung“ sein. Dabei sollen primär folgende Ziele verfolgt:
- Verstärkung der Kapazitäten von Alumni, die im Umweltbereich tätig sind, - Vernetzung der Alumni aus Tunesien mit relevanten deutschen Partnern aus der Wissenschaft und Praxis, - Aufbau eines Netzwerkes von tunesischen Alumni im Abwasser und Abfallbe-reich, - Verstärkung der Zusammenarbeit mit vorhandenen Netzwerken, Fachverbunden und Programmen der deutschen Entwicklungshilfe (GTZ, KfW, DEG, AHK; PPP, Firmenpool...), - Eröffnung von Wegen der Zusammenarbeit mit deutschen Universitäten bzw. Vertiefung der bisherigen Kontakte hinsichtlich Lehre, Forschung und Austausch von Wissenschaftlern und Studenten, - Wissenschaftsaustausch über die Bedeutung der Umwelt für die nachhaltige Entwicklung und die Auswirkung auf die Lebensqualität, sowie die Rolle der Wis-senschaftler und der Wirtschaft beim Aufbau eines umweltgerechten Systems, - Herstellung von Wissenschaftskontakten, welche sich nachhaltig auf den Le-bensstandard der Tunesischen Alumni auswirken, - Beitrag zur lokalen Bemühungen zur Lösung des Umweltproblems, - Förderung tunesischer Umwelttechnologie,
Das geplante Fachseminar verspricht einen großen Erfolg, da die potentialen Institutio-nen Bedarfsträger und Mitorganisatoren sind. Sie werden zukünftig auch diese Maß-nahmen durch konkrete Vorhaben und Projekte weiterführen. Z.B. wird zur Zeit ein Pro-jekt zwischen der Universität Rostock (Prof. Steinbrecht) und dem CITET gehandelt, um Forschungsarbeiten für die Altreifenverwertung in Tunesien durchzuführen. Andere Pro-jekte sind im Rahmen des GTZ/CITET-Firmenpools im Abwasser- und Abfallbereich in Gespräch.
Aus dieser Darstellung ist zu erkennen, dass dieses Vorhaben langfristig und zielgerich-tet mit hervorragenden Vorarbeiten geplant ist.
Bearbeiter:
Dr.-Ing. Nassour
Zum Projekt: Mitarbeiter,
Publikationen
Weitere Projekte im Forschungsteilschwerpunkt
Letzte Änderung des Projekteintrages:
04.03.2008
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