Wissenschaftliche Begleitung zur biologischen Behandlung der Feinfraktion eines gemahlenen Restabfalls

Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Spillmann, Dr. Morscheck

Förderung: Remondis

Kooperation: ARGE Biopuster

Zeitraum: 03/2001 - 03/2002

Einordung:
Institut: Professur Abfall- und Stoffstromwirtschaft
Teilschwerpunkt: Umweltgerechter Stoffhaushalt

 

Projektbeschreibung:
Im Recyclingpark Brandenburg an der Havel soll aufgrund der in der TA Siedlungsabfall festgelegten gesetzlichen Anforderungen eine Anlage zur mechanisch-biologischen Restabfallbehandlung installiert werden. Aufgrund der Erfahrungen und der Kompetenz des Lehrstuhles für Abfallwirtschaft am Institut für Landschaftsbau und Abfallwirtschaft der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät im Bereich der biologischen Abfallbehandlung wurde diesem Lehrstuhl die wissenschaftliche Begleitung eines Versuches zur Verrottung von Restabfall übertragen. Der Restabfall wird in einer bereits installierten Kugelmühle mechanisch zerkleinert und homogenisiert, enthaltene Metallteile werden abgeschieden. Durch Siebung wird eine Fraktion > 5 mm zur thermischen Nutzung abgetrennt. Um die Fraktion < 5 mm weitgehend schadlos auf Hausmülldeponien ablagern zu können, müssen vorgeschriebene Stabilitätskriterien in Bezug auf Emissionen aus dem Deponiekörper eingehalten werden. Diese Kriterien können durch die biologische Behandlung der Abfälle erreicht werden. Zu diesem Zweck soll im Recyclingpark das BioPuster®-Verfahren angewendet werden. Dieses Verfahren nutzt die für die Rotte positiven Effekte der Sauerstoffanreicherung der zur Rotte zugeführten Luft und der Impulsbelüftung der Abfälle. Die Erkenntnisse über den positiven Einfluss der Sauerstoffanreicherung auf ca. 40% wurden an der Universität Rostock gewonnenen.

In einem Ausschnitt aus der geplanten Behandlungsanlage (Modell Masstab 1:1) wurden in Brandenburg ca. 100 Tonnen der Feinfraktion < 5mm des gemahlenen Restabfalls in einem 6 Meter hohen Behälter zwei Monate gerottet. Im Versuch wurde geklärt, wie sich das Verfahren für die in Brandenburg und Umkreis anfallenden Abfälle eignet und wie die Verfahrensparameter eingestellt werden müssen. Diese Parameter sind im Wesentlichen Wassergehalt, Menge und Art der Bewässerung der Abfälle, Belüftungsintensität der Impulsbelüftung und Dauer der Behandlung.

Aus der Analyse von regelmäßig entnommenen Materialproben auf biologische und chemisch-physikalische Kenngrößen sowie der Überwachung der Abgaszusammensetzung, der Temperaturverteilung im Rottekörper und der Gaszusammensetzung an spezifischen Messpunkten konnten Empfehlungen für die praktische Anwendung des Verfahrens in Brandenburg gegeben werden.




Bearbeiter: Dipl.-Ing. Scholwin

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Letzte Änderung des Projekteintrages: 04.03.2008

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